Deutsch-dänischer Appell an Dänemarks Verkehrsminister, keine Güterzüge auf der Bestandstrasse zuzulassen!

Die SPD-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses Bettina Hagedorn ist am 16. Mai 2015 zusammen mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Lars Winter nach Lolland gereist – sie folgte damit der Einladung des Folketing-Abgeordnete Lennart Damsbo-Andersen und des Bürgermeisters der Kommune Lolland, Holger Schou Rasmussen.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses Bettina Hagedorn ist am 16. Mai 2015 zusammen mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Lars Winter nach Lolland gereist – sie folgte damit der Einladung des Folketing-Abgeordnete Lennart Damsbo-Andersen und des Bürgermeisters der Kommune Lolland, Holger Schou Rasmussen.

Hauptthema der vier deutsch-dänischen Sozialdemokraten war die Sorge der Menschen in Ostholstein, dass – bedingt durch Bauverzögerungen der deutschen Hinterlandanbindung bis möglicherweise 2028 oder länger – nach Fertigstellung des Belttunnels jahrelang Güterzüge über die Sundbrücke und Bestandstrasse rollen könnten. Fakt ist, dass Verkehrsminister Dobrindt für genau dieses Szenario die Deutsche Bahn im Februar 2015 beauftragt hat, eine Elektrifizierung der bestehenden Sundbrücke und die Machbarkeit von Güterverkehr auf der Bestandstrasse als „Zwischenlösung“ zu prüfen.

Hagedorn: „Klare Grundlage des Gespräches war, dass unsere dänischen Gastgeber ebenso glühende Befürworter der Fehmarn-Beltquerung sind wie Lars Winter und ich überzeugte Gegner und Kritiker des Projektes. Aber als Sozialdemokraten ging es uns gemeinsam um eines: was bedeutet dieses Projekt für die Menschen in Ostholstein und welche Aspekte sind schlicht unzumutbar. Ich bin froh, dass es uns gemeinsam gelang, unseren dänischen Gastgebern vor Augen zu führen, dass – egal wie sehr sich das Projekt in Deutschland durch Umplanung und eventuelle Klageverfahren verzögern wird – Dänemark sicher stellen muss, dass alle Güterzüge so lange über Jütland geleitet werden, bis die Hinterlandanbindung samt neuer Sundquerung betriebsbereit ist. Es war überzeugend, dass Lennart Damsbo-Andersen und Bürgermeister Holger Schou Rasmussen diese Sorge der Ostholsteiner nachvollziehen konnten und sofort bereit waren, sich gemeinsam mit uns mit einem schriftlichen Appell an Verkehrsminister Magnus Heunicke zu wenden. Dem sehr offenen und konstruktiven Gespräch, das viel zum Verständnis der jeweils anderen Position beigetragen hat, folgte ein gemeinsamer Brief an den dänischen Verkehrsminister Heunicke, auf dessen Antwort ich schon heute gespannt bin. Klar muss sein: Wenn die dänische Regierung diese Zusicherung schriftlich gibt, dann muss Verkehrsminister Dobrindt sein Ansinnen an die Deutsche Bahn, die Bestandstrasse samt Sundbrücke – übergangsweise und damit möglicherweise jahrelang – für Güterverkehr zu nutzen, endgültig ‚versenken‘. Die dafür von ihm vorgesehenen ca. 50 Mio. Euro können im Projekt lieber für mehr Lärmschutz ausgegeben werden. Hat unser Appell an Verkehrsminister Heunicke Erfolg, bliebe Dobrindt keine Ausrede mehr: Er müsste klipp und klar zusagen, dass kein Güterzug durch Ostholsteins Bad- und Kurorte rattert, bis die neue Hinterlandanbindung steht.“