Abitur bundesweit vergleichbar machen – Integration über Bildung gestalten

Am Wochenende fand die 6. Nordkonferenz der Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB) statt. Diesmal trafen sich die VertreterInnen der fünf norddeutschen Bundesländer in Schwerin. Ziel dieser halbjährlich stattfindenden Konferenz ist der Ausbau der Kooperation, sowie die Erarbeitung gemeinsamer Ziele und Konzepte für eine bessere Bildungspolitik in den norddeutschen Bundesländern.

Am Wochenende fand die 6. Nordkonferenz der Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB) statt. Diesmal trafen sich die VertreterInnen der fünf norddeutschen Bundesländer in Schwerin. Ziel dieser halbjährlich stattfindenden Konferenz ist der Ausbau der Kooperation, sowie die Erarbeitung gemeinsamer Ziele und Konzepte für eine bessere Bildungspolitik in den norddeutschen Bundesländern.

Als Kernthemen diskutierten die zahlreichen Bildungspolitikerinnen und –politiker aus Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein über „Vergleichbarkeit des Abiturs in Deutschland“ und „Integration durch
Bildung“.

Zentrale Forderung der Nordkonferenz ist, das Abitur bundesweit vergleichbar zu machen, damit in diesem Bereich Gerechtigkeit für die AbsolventInnen besteht. Zunächst muss auf Fachebene eine länderübergreifende Diskussion über
Prüfungsleistungen, Maßstäbe und Bewertungen geführt und damit eine Grundlage für die politischen Beratungen geschaffen werden. Anschließend werden die Länder aufgefordert, sich auf bundesweit einheitliche Standards zu einigen. „Es ist nicht länger hinnehmbar, dass unterschiedliche Prüfungsleistungen zu einem gleichen Abschluss führen sollen. Die Länder müssen sich bewegen und erkennen, dass regionale Sonderwege und Traditionen nicht die Grundlage für einen einheitlich anerkannten
Schulabschluss sein können. Natürlich müssen nicht alle SchülerInnen am gleichen Tag die absolut gleiche Prüfung ablegen und selbstverständlich gibt es regionale Besonderheiten, die zu berücksichtigen sind, aber wir brauchen einheitliche Standards
für das Einbringen von Leistungen, die Prüfungsinhalte und die zugehörigen Bewertungen.“, erklärt Ulf Daude, stv. AfB Bundesvorsitzender.

Die AfB Nordkonferenz fordert weiterhin, dass alle Lehrkräfte mit hoher Priorität im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ fortgebildet werden, um sie in die Lage zu versetzen deutsche Kinder und Kinder mit Migrationshintergrund gleich gut zu
unterrichten. Weiterhin muss das Thema Integration verbindlich in die Lehrkräfteausbildung aufgenommen werden, denn für eine gute Zukunft unseres Landes werden wir ein Einwanderungsland werden müssen. So wird es erforderlich, dass die
Lehrkräfte qualifiziert mit allen Kindern und Jugendlichen arbeiten können. Die AfB regt dazu an, bundesweit Konferenzen zum Thema Integration von Flüchtlingen durchzuführen, um Best-Practice-Projekte zu sammeln und tragfähige Konzepte zu
entwickeln. „Die Integration von Migranten und Flüchtlingen ist eine große Herausforderung, aber gleichzeitig eine ebenso große Chance und Bereicherung für unsere gesamte Gesellschaft. Sprachunterricht ist dabei genauso wichtig wie kulturelle Bildung, in der die Werte unserer Gesellschaft vermittelt werden. Aktuell müssen wir die Schulpflicht für Flüchtlinge von Beginn an konsequent umsetzen, um niemanden sich selbst zu überlassen. Die Integrationsmaßnahmen dürfen aber nicht zu Lasten der Bevölkerung in Deutschland geschehen. Hierfür müssen zusätzliche Ressourcen vom Bund und den Ländern zur Verfügung gestellt werden.“, erklärt Meike Jensen vom AfB-Bundesvorstand.

Die nächste AfB Nordkonferenz findet im Juni 2016 in Bremen statt.

Die Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB) in der SPD Schleswig-Holstein setzt sich für die Reform der Schulstruktur, für ein gerechtes und leistungsfähiges Bildungssystem in Deutschland ein. Eine Bildungsreform, die das dreigliedrige Schulsystem abschafft, die ein längeres gemeinsames Lernen aller Kinder ermöglicht und die Chancengleichheit für alle gesellschaftlichen Schichten bedeutet, da die internationalen Vergleichstest immer wieder zeigen, dass in Deutschland bisher die Herkunft für die Bildungschancen entscheidend sind.

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