70 Jahre Wiedergründung der SPD Schleswig-Holstein

Heute vor 70 Jahren, am 10. März 1946, gründete sich die SPD Schleswig-Holstein nach ihrem Verbot durch die Nazis 1933 neu. Während einige Deutsche mit dem blutigen Scheitern ihrer politischen Idealen nach dem Krieg in politische Apathie versanken, entwickelte sich bei anderen ein regelrechter Hunger nach Demokratie – so zum Beispiel bei den Sozialdemokraten.

Heute vor 70 Jahren, am 10. März 1946, gründete sich die SPD Schleswig-Holstein nach ihrem Verbot durch die Nazis 1933 neu. Während einige Deutsche mit dem blutigen Scheitern ihrer politischen Idealen nach dem Krieg in politische Apathie versanken, entwickelte sich bei anderen ein regelrechter Hunger nach Demokratie – so zum Beispiel bei den Sozialdemokraten.

Auf dem ersten offiziellen Bezirksparteitag nach dem Krieg, wurde Wilhelm Kuklinski als neuer Vorsitzender und Andreas Gayk als sein Stellvertreter gewählt. Damit hatte die Sozialdemokratie nach 13 Jahren wieder eine Landesorganisation in Schleswig-Holstein.

Der Parteitag in Neumünster schaute in Vergangenheit und Zukunft. Zu Gast war der SPD-Parteivorsitzende Kurt Schumacher. Er sprach über Deutschlands künftige Rolle in Europa und über die Zukunft der Sozialdemokratie. Der Parteitag gedachte aber auch den Opfern der Nationalsozialisten in den eigenen Reihen – darunter so bekannte Namen wie Julius Leber, Otto Eggerstedt oder Richard Vosgerau.

Es war ein Aufbruch in schweren Zeiten: Bereits Wochen vor dem endgültigen Zusammenbruch des Hitler-Regimes fingen mutige Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wieder damit an, sich zu treffen. In sogenannten Stubenzirkeln diskutierten sie, wie es nach Hitler weitergehen möge. Und so waren sie dann auch schneller mit dem Wiederaufbau der SPD als die britische Militärverwaltung es erlaubte.

Daher hatte SPD in Schleswig-Holstein bei ihrer offiziellen Neugründung bereits 315 Ortsvereine mit über 35.000 Mitgliedern. Auf etwa 350 Veranstaltungen hatten sich Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten bereits inoffiziell im Namen der Sozialdemokratie getroffen. Die Mitglieder bauten die SPD nach dem Krieg von unten nach oben neu auf. Es galt die lange sozialdemokratische Tradition wiederzubeleben, ohne die Fehler der Weimarer Zeit zu wiederholen.
„Die deutsche Sozialdemokratie hat in ihrer 153-jährigen Geschichte viel Unterdrückung und Verfolgung erlebt. Nach dem Krieg unter den europäischen Nachbarn war es ein wichtiges Anliegen, Deutschland in Europa einzubinden, um den noch jungen Frieden zu sichern.

Wenn wir uns heute ansehen, wie leichtfertig manche mit unserer Europäischen Union und unseren gemeinsamen Werten und Errungenschaften umgehen, dann vergessen sie ganz offensichtlich, was wir überwunden haben: Krieg und Misstrauen unter den Staaten in Europa. Wir Sozialdemokraten stehen in einer Tradition, die uns herausfordert, diese Errungenschaft zu verteidigen. Wir sind stolz auf unsere lange Geschichte und die vielen Mitglieder, die auch in schweren Zeiten Haltung bewahrt haben. Diesen Weg werden wir konsequent weitergehen!“, so Ralf Stegner, SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzender der SPD Schleswig-Holstein.

Mehr Informationen zur Wiedergründung: http://spd.sh/70jahre