Gute Mutter – schlechte Mutter?

Die Kieler Nachrichten haben in der heutigen Ausgabe den Brief einer jungen Mutter an Ministerpräsident Torsten Albig abgedruckt. Die kinder- und familienpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Serpil Midyatli fühlt sich an eine alte Diskussion erinnert.

Serpil Midyatli_Foto: Steffen Voß / CC-BY-SA
Serpil Midyatli

Zu dem in den Kieler Nachrichten abgedruckten Brief einer jungen Mutter erklärt die kinder- und familienpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Serpil Midyatli: Die junge Mutter, Vorstandsmitglied der Jungen Union Hohenlockstedt, unterstellt dem Ministerpräsidenten, für ihn sei „nur eine arbeitende Mutter … eine gute Mutter“. Für Frau Förster ist es genau umgekehrt – das jedenfalls insinuiert ihr Brief. Sie wärmt eine Diskussion auf, die wir eigentlich überwunden glaubten, nämlich die über gute Mütter, die ihre Kinder zuhause betreuen, und schlechte Mütter, die sie in eine Betreuungseinrichtung geben.

Serpil Midyatli
Serpil Midyatli

Anscheinend trauert die Dame der „Herdprämie“ nach, weil sie beklagt, dass Mütter, die ihre Kinder zu Hause selbst betreuen, „leer“ ausgehen. Woher nimmt sie die Gewissheit ihrer Behauptung, die Leistung, die Mütter „tagtäglich zu Hause erbringen, ist in diesem Land Schleswig-Holstein niemandem etwas wert“? Da möchten wir gerne mal „Butter bei die Fische“!

Leider gibt es junge Familien, die es sich nicht leisten können, ihre Kinder zuhause selbst zu betreuen. Wir wollen aber nicht, dass Familien abwägen müssen, ob die Frau wieder arbeiten geht oder nicht, nur wegen der hohen Kita-Kosten. Deshalb führen wir als Entlastung das Kita-Geld ein – mit dem langfristigen Ziel der Beitragsfreiheit.

Frau Förster sollte sich nicht anmaßen, für die Mehrheit der jungen Mütter in Schleswig-Holstein zu sprechen!