500 Stellen für Inklusion stehen auf unserer Vorhabenliste

Schule, Junge an der Tafel mit Lehrerin
Schule, Junge an der Tafel mit Lehrerin Bild: colourbox / Classroom kids

Zur heutigen Vorstellung eines Gutachtens von Professor Klaus Klemm zum Lehrkräftebedarf für die Inklusion durch Ministerin Britta Ernst und den Autor erklärt der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Martin Habersaat: Realismus und nachhaltiges Handeln der Küstenkoalition machen sich bezahlt. Wir haben die Förderung der Inklusion und damit die von Deutschland unterzeichnete Behinderten-Charta der Vereinten Nationen UN-Behindertenrechtskonvention frühzeitig auf die Tagesordnung gesetzt und – anders als unsere Vorgänger – anerkannt, dass dies ohne zusätzliche Ressourcen nicht zu haben ist.

Martin Habersaat
Martin Habersaat

Wir sind im Bundesvergleich zusammen mit Bremen führend bei der Inklusion, auch was den Ressourceneinsatz angeht, und wir haben die Schulen mit mehr Stellen, zusätzlichen Mitteln für die Schulsozialarbeit, zusätzlichen Stellen für den Schulpsychologischen Dienst und an den Förderzentren, der Reform der Lehrkräfteausbildung und mit den Schulassistenzen gestärkt.

Defizite gibt es nach wie vor; wenn 95 % der Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen mit sonderpädagogischem Förderbedarf eine Gemeinschaftsschule, aber nur 5 % ein Gymnasium besuchen, müssen wir den Ursachen für ein solches Missverhältnis nachgehen.

Wir danken Prof. Klaus Klemm für sein Gutachten, das eine Versorgungslücke von 493 zusätzlichen Stellen (nicht ausschließlich sonderpädagogisch oder inklusiv tätige Lehrkräfte, sondern auch ErzieherInnen und SchulassistentInnen) und damit einen finanziellen Mehrbedarf von ca. 20 Millionen € berechnet. Das ist angesichts der Haushaltssituation des Landes anspruchsvoll, zumal weitere Aufgaben wie die Unterrichtsversorgung und der Ausbau der Ganztagsschulen auf unserer Agenda stehen. Wir gehen aber davon aus, dass es uns bis zur übernächsten Landtagswahl 2022 gelingen wird, diese Lücke zu schließen.

Damit müssen gezielte Maßnahmen verbunden werden, um Lehrkräfte am IQSH sonderpädagogisch fortzubilden und um mehr Kapazitäten für Lehramtsstudierende im Bereich der Sonderpädagogik zu schaffen, weil zur Zeit bundesweit 400 Stellen mangels Nachwuchs unbesetzt bleiben.

Wir danken Professor Klemm für sein Gutachten, das eine wichtige Grundlage für unsere Schulpolitik in der 19. Legislaturperiode sein wird.“