Bildung in der digitalen Welt

Die Kultusministerkonferenz hat eine umfassende Strategie zur Bildung in der digitalen Welt erarbeitet, die übergreifende Ziele formuliert, Handlungsfelder beinhaltet und konkrete Verfahrensvorschläge macht.

Gruppe Jugendlicher
Gruppe Jugendlicher Bild: colourbox

Die Kultusministerkonferenz hat eine umfassende Strategie zur Bildung in der digitalen Welt erarbeitet, die übergreifende Ziele formuliert, Handlungsfelder beinhaltet und konkrete Verfahrensvorschläge macht. Dazu erklärt der schulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Kai Vogel: Digitalisierung berührt alle Lebensbereiche, verändert das Lernen und muss deshalb vom Bildungssystem planvoll berücksichtigt werden. Die Digitalisierung erfordert Kompetenzen, deren Vermittlung genauso Aufgabe der Schule ist wie die der Kerntechniken Lesen, Schreiben und Reden. Es ist gut, dass die KMK hier die unterschiedlichen Diskussionsstränge in Bund und Ländern bündelt und konkrete Vorschläge macht.

Kai Vogel_Foto: Steffen Voß / CC-BY-SA
Kai Vogel Bild: Steffen Voß/CC-BY-SA

Unsere Bildungsministerin Britta Ernst hat gut daran getan, das Thema „Lernen in einer digitalen Gesellschaft“ zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit zu machen. Nicht von ungefähr war unser Bildungsstaatssekretär Dirk Loßack Vorsitzender der KMK-Lenkungsgruppe „Bildung in der digitalen Welt“. Ein Projekt mit 20 Modellschulen steht kurz vor dem Abschluss. Unter anderem sollen Medienberaterinnen und -berater geschult und Projekte an Förderzentren unterstützt werden, außerdem sollen sich weitere Modellschulen bewerben können.

Schleswig-Holstein ist bereits dabei, binnen weniger Jahre alle Schulen ans Glasfasernetz zu bringen und die technischen Voraussetzungen für neue Angebote an den Schulen zu schaffen.

Unsinnige Verbotsdiskussionen sind kein Beitrag zur digitalen Bildung. Ein Verbot, Handys und sonstige digitale Medien mit in die Schule zu bringen, wäre sowohl rechtswidrig wie unsinnig. Weder ein schneller Hilferuf in Notsituationen noch eine schnelle Online-Recherche sind ohne Handy denkbar.

Wie jedes Recht kann auch dieses missbraucht werden durch Online-Mobbing und Betrug bei Klassenarbeiten. Aber es wäre absurd, darauf mit der Beseitigung des Rechtes bzw. des Mediums zu reagieren. Die Schulen haben auch noch nie den Gebrauch von Papier verboten, weil darauf Spickzettel hergestellt werden können. In Schleswig-Holstein sollen die Schulkonferenzen die Nutzungsbedingungen dieser Medien festlegen. Die Schulen werden ermutigt, mit innovativen Konzepten das Lernen mit digitalen Medien an ihrer Schule voranzubringen.

Die die Weiterqualifizierung der Lehrerinnen und Lehrer, die schon im Schuldienst sind, hat für uns hohe Priorität. Das IQSH hat Bausteine entwickelt, und wir haben die Möglichkeiten der Schulen gestärkt, sich selbst schulinterne Weiterbildungen zu organisieren.

Zur Person

Kai Vogel ist seit 2012 Mitglied des Landtages. Der studierte Lehrer aus Pinneberg ist schul- und
verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion

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