Sönke Rix: Keine Dienstpflicht für Jugendliche

Ein Pflichtjahr für junge Menschen wird es mit der SPD nicht geben. Pflichtdienste würden die Freiheit von jungen Menschen unverhältnismäßig einschränken, sie sind nicht zeitgemäß und kontraproduktiv.

Sönke Rix
Sönke Rix Bild: Benno Kraehahn

„Als familien- und jugendpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und Sprecher der schleswig-holsteinischen SPD-Bundestagsabgeordneten lehne ich die von der Jungen Union Schleswig-Holstein eingebrachte Forderung nach einer Dienstpflicht für Jugendliche ab. Sinnvoll wäre es dagegen, die Jugendfreiwilligendienste auszubauen.

Gerade das freiwillige Engagement ist aktuell das Standbein bei der Bewältigung der Flüchtlingsherausforderungen. Überall im Land organisieren Bürgerinnen und Bürger, darunter viele junge Menschen, Hilfen für Asylbewerberinnen und Asylbewerber. Sie packen an, hören zu, nehmen Anteil und sorgen damit vor Ort für eine gelebte Willkommenskultur. Freiwillig und selbstbestimmt – das ist der Schlüssel für ein erfolgreiches Engagement. Mit Pflichtdiensten wären wir auf dem Holzweg.

Das freiwillige Engagement von jungen Menschen ist von unschätzbarem Wert. Sie bringen ihre eigenen Ideen und jede Menge Tatendrang in unsere gesellschaftliches Leben ein. Gerade mit ihrem FREIWILLIGEN Engagement für Umweltschutz, Kultur, Soziales und Demokratie leisten sie einen großartigen Beitrag zum Zusammenhalt in unserem Land. Zudem erfahren sie in der freiwilligen Tätigkeit Bildung und Orientierung. Die Nachfrage nach Freiwilligendienstplätzen ist jedes Jahr höher als das Angebot. Deshalb fordert die SPD-Bundestagsfraktion mehr und gut ausgestattete Stellen für junge Freiwillige. Jeder junge Mensch, der einen Freiwilligendienst machen will, soll auch einen entsprechenden Platz bekommen.

Die Kosten für einen allgemeinen Pflichtdienst für alle wären außerdem sehr hoch. Diese Mittel sollten wir lieber zur Steigerung der Attraktivität der Freiwilligendienste, der Arbeit in sozialen Berufen und der Arbeit bei der Bundeswehr zu Verfügung stellen.

Dem durchsichtigen und kurzsichtigen Versuch, das Engagement Jugendlicher für personelle Notstände bei der Bundeswehr und in der Pflege auszunutzen, erteile ich eine klare Absage. Hier bedarf es anderer Maßnahmen. Mit dem neuen Gesetzt zur Pflegeausbildung haben wir einen ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht.“