Meine Mutter war Grundschullehrerin und mein Vater ein engagierter Hauptschullehrer. Die Schicksale und Lebenswege ihrer Schülerinnen und Schüler und deren Familien waren oft Gespräch am gemeinsamen Mittagstisch. Ob in der evangelischen Kirche, der Dorfgemeinschaft oder als Volleyballtrainer – gesellschaftliches Engagement und Verantwortung waren für meine Eltern selbstverständlich. Das hat sie später auch dazu bewogen, erst eine bosnische Flüchtlingsfamilie und später ein iranisches Flüchtlingspaar bei sich aufzunehmen.
Ich kam am 3. April 1973 in Schwerte zur Welt und meine Kindheitserinnerungen haben viel mit der typischen Mischung aus Feldern, Industrie, Verkehr, Hochspannungsleitungen, den grünen Ruhrwiesen und dem von den Hochöfen beleuchteten Abendhimmel unseres Dortmunder Vororts zu tun. Meine Kindheit verbrachte ich, im Nachhinein betrachtet, wie ein Klischee der 80er Jahre. Mit einem Dutzend Kinder in der Nachbarschaft, Fußball auf der Straße und Boris Becker und „Wetten, dass…?“ im Fernsehen.
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