Pflegerin_Foto: colourbox / Erwin Wodicka
Pflegeausbildung

Die Ausbildungsumlage kommt

Mit der anstehenden Reform der Pflegeausbildung wird auch eine Umstellung in der Finanzierung der Ausbildung kommen. „Die Finanzierung aller Ausbildungswege erfolgt unterschiedslos über einen gemeinsamen Ausbildungsfonds“, berichtet der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann. „Damit wird endlich Wirklichkeit, was viele in diesem Bereich Aktive schon lange fordern: Trittbrettfahrer bei der Ausbildung müssen mitfinanzieren. Und das Schulgeld wird bald in ganz Deutschland der Vergangenheit angehören!“

Ernst-Dieter Rossmann_Foto: Steffen Voß / CC-BY-SA

Ernst-Dieter Rossmann

Das neue Finanzierungsmodell ist Bestandteil eines Kompromisses der Koalitionsfraktionen im Bundestag zum neuen  Pflegeberufsgesetz. „Ein echter Riesenschritt für den Pflegebereich“, freut sich Rossmann, der aus seinen regelmäßigen „Pflegekonferenzen“ mit in der Pflege aktiven Beschäftigten und Unternehmen, Pflegebedürftigen und Angehörigen die Forderung nach genau dieser Regelung immer wieder mit nach Berlin genommen und sich in der SPD-Fraktion dafür eingesetzt hatte.

Das Pflegeberufsgesetz sieht außerdem vor, dass die Pflegeausbildung künftig in allen Pflegeschulen mit einer zweijährigen generalistischen Pflegeausbildung beginnt. Nach zwei Jahren Lehre entscheiden die Auszubildenden dann, ob sie die generalistische Ausbildung fortsetzen oder im Bereich der Kinderkranken- oder Altenpflege den bisherigen Abschluss als Altenpfleger oder Kinderkrankenpfleger wählen wollen. Einen Einzelabschluss in der Krankenpflege soll es künftig nicht mehr geben.

Sechs Jahre nach Beginn der neuen Ausbildung soll durch das Bundesgesundheitsministerium (BMG) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eine Auswertung der Anzahl der separaten Abschlüsse in der Altenpflege- und Kinderkrankenpflegeausbildung sowie der generalistischen Ausbildung mit Vertiefung in der Alten- und Kinderkrankenpflege erfolgen. Haben mehr als 50 Prozent den generalistischen Abschluss mit dem entsprechenden Schwerpunkt gewählt, sollen die eigenständigen Berufsabschlüsse auslaufen und nicht mehr weitergeführt werden. Über die Abschaffung oder die Beibehaltung entscheidet der Deutsche Bundestag.

„Die Auszubildenden erhalten so die größtmögliche Entscheidungsfreiheit“, betont Rossmann. „Somit wird sich dann auch das bessere Modell am Arbeitsmarkt durchsetzen.“