Martin Schulz in Kiel_Foto: Steffen Voß
Bundestagswahl 2017

Martin Schulz hält flammende Rede für mehr Gerechtigkeit

„Ein reiches Land wie unseres muss die Bewahrung der Würde im Alter zu einer seiner Hauptaufgaben machen!“ sagte Martin Schulz gestern in Kiel. Pflege sein ein toller, wichtiger, aber schwerer und schlecht bezahlter Beruf. Das werde die SPD ändern. Allerdings: „Die junge Pflegerin gehört nach Willen der CDU zu denen, die weniger Rente kriegen, mehr dafür zahlen und mit 70 den 80-jährigen pflegen.“ Wer das ändern will, muss SPD wählen!

Gut 2000 Gäste aus Kiel und Umgebung fanden sich gestern auf dem Asumus-Bremer-Platz in Kiel ein, um den zukünftigen Bundeskanzler zu erleben. SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz hatte sich angesagt und sogar das Wetter spielte mit.

Die Kundgebung begann mit funkiger Musik der Band „Beatshock“ und einer Gesprächsrunde mit den SPD-Bundestagskandidaten Bettina Hagedorn, Sönke Rix und Mathias Stein. Danach sprachen der Schauspieler Sven Walser und der SPD-Landvorsitzende Ralf Stegner über Gerechtigkeit und was sie für unser Zusammenleben bedeutet.

Dann war die Bühne frei für Martin Schulz, der gut gelaunt zu einem Rundumschlag ausholte. Unter Angela Merkel bliebe Deutschland unter seinen Möglichkeiten. „Deutschland kann mehr,“ betonte er und wurde konkreter: Angela Merkel sagt, sie sehe keinen Anlass, etwas an der Rente zu ändern. Sie will zuschauen, wie das Rentenniveau weiter absinkt und die Beiträge weiter klettern. Stattdessen diskutieren CDU und CSU die Rente mit 70. Die SPD dagegen hat dafür gesorgt, dass auch schon mit 63 in Rente gehen könne, wer 45 Jahre gearbeitet hat. Jetzt will die SPD das Rentenniveau stabilisieren und dafür sorgen, dass auch die Beiträge stabil bleiben.

Grundlage für eine gute Rente ist ein Arbeit, von der man ordentlich leben kann. „Das tarifgebundene, unbefristete Arbeitsverhältnis muss der Normalfall in Deutschland sein!“ Und nicht nur Geld sei hier eine Frage – auch die gesellschaftliche Anerkennung: „Der Herzchirurg hat den gleichen Respekt verdient, wie der Busfahrer, der unsere Kinder in die Schule fährt.“ sagte Martin Schulz.

Nach einer Stunde war Martin Schulz beim großen Ganzen angekommen und verdeutlichte, wie wichtig es ist, dass wir einen guten Umgang mit unseren Nachbarn haben: „Wir wollen ein europäisches Deutschland und nie wieder ein germanisiertes Europa“!

Kaum hatte Martin Schulz zu Ende gesprochen, begann es zu regnen.

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