Torsten Albig im Interview
Ministerpräsident Albig im Interview

Soziale Gerechtigkeit: Wir machen das!

Ministerpräsident Torsten Albig erläutert in unserem Interview, worum es geht im Wahlkampf. Die Schwerpunkte sind starke Familien, Bildung für alle, bezahlbarer Wohnraum und moderne Infrastruktur.
Torsten Albig wirkt konzentriert und entspannt, bei unserem kurzen Interview zwischen zwei Terminen. Der Regierungs-Chef ist solche Situationen gewohnt.

Seit Anfang Februar hast Du im Wahlkampf schon viele Veranstaltungen quer durchs Land absolviert. Was sind Deine Erfahrungen?

Als Ministerpräsident ist es mir sehr wichtig, mit den Menschen direkt ins Gespräch zu kommen. So erfahre ich am besten, wo der Schuh drückt und welche Anliegen die Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner haben. Es ist spürbar, wie sehr einzelne Themen den Menschen unter den Nägeln brennen. Mit unserer erfolgreichen Regierungsbilanz und den Ideen für die nächste Legislatur hat die SPD die richtigen Antworten und eine Vision für die Zukunft.

Die Opposition diffamiert das Kita-Geld als Wahlgeschenk. Die beitragsfreie Kinderbetreuung haben wir im Koalitionsvertrag vereinbart.

Sie ist also kein Wahlgeschenk, sondern ein eingelöstes Versprechen, das wir 2012 gegeben haben. Die 100-Euro Kita-Geld sind der erste Schritt hin zur kompletten Beitragsfreiheit. Wir werden die Entlastung der Familien nach der Wahl konsequent fortsetzen. Und was kündigt die Union an?

Sie möchte den Familien das Geld wieder wegnehmen und es stattdessen den Kommunen geben. Wir hingegen entlasten nicht nur Eltern, sondern auch die Kommunen und sorgen für eine gute Qualität der Kinderbetreuung. Hier gibt es einen klaren Unterschied zwischen uns und den Konservativen. Wer will, dass das Kita-Geld bleibt, muss SPD wählen!

Was ist in der Schullandschaft geplant?

Gute Bildung ist der wichtigste Schlüssel für ein erfolgreiches Leben. Zu guter Bildung gehört für uns, dass alle nach ihren Fähigkeiten den besten Abschluss machen können. Dies gelingt beim gemeinsamen Lernen an Gemeinschaftsschulen oder an Gymnasien. Eltern, Schüler und Lehrkräfte haben von alten Strukturdebatten die Nase voll. Deshalb halten wir am Schulfrieden fest. Zum Abitur kann man mit uns in acht oder neun Jahren kommen – denn jeder lernt in seinem eigenen Tempo.

Zu guter Bildung gehört aber auch, dass wir ausreichend Lehrerinnen und Lehrer haben. Um eine hundertprozentige Unterrichtsversorgung zu erreichen, werden wir unseren Weg fortsetzen, mehr Lehrkräfte einzustellen.

Mieten und Bodenpreise laufen den Einkommen davon. Was kann in den Ballungsräumen helfen?

Wohnen darf kein Luxus sein. Deshalb brauchen wir mehr bezahlbaren Wohnraum. Wir sorgen dafür, dass jährlich mindestens 5000 neue bezahlbare Wohnungen gebaut werden. Außerdem werden wir den sozialen Wohnungsbau mit Zuschüssen fördern. Solange die Zinsen so niedrig sind, ist dieser Weg der lukrativste.

Welchen Stellenwert hat die Infrastruktur für die Zukunft des Landes?

Wir sichern Schleswig-Holsteins Zukunftsfähigkeit mit einer modernen Infrastruktur. Dafür haben wir die Mittel für die Sanierung von Landesstraßen verdreifacht. Bis 2030 werden wir nicht nur die Straßen ausbessern, sondern auch alle Haushalte und Betriebe in unserem Land mit Glasfaserleitungen versorgen. Denn ohne schnelles Internet geht heute nichts mehr. Dazu gehören auch freie WLAN-Netze.

Was erwartest Du für den Wahlabend?

Für den Wahlabend wünsche ich mir, dass wir stärkste Kraft im Land werden und unsere Küstenkoalition fortsetzen können. Wir haben in den vergangenen Jahren gut regiert. Das wird sich am 7. Mai 2017 auszahlen. Bis dahin aber werden wir noch einen heißen Wahlkampf hinlegen. Denn gute Umfragen sind keine Wahlergebnisse. Wir kämpfen um jede Stimme.

Weitere Themen im Vorwärts 3+4/2017

  • Willkommen: Mehr als 600 neue SPD-Mitglieder
  • 4 Stimmen Vorsprung: Bürgermeisterwahl in Schönberg
  • Jubiläum: 150 Jahre SPD in Neumünster