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Erleichtertes Bauen

Wohnen muss bezahlbar bleiben

Das Land schafft Anreize, damit mehr neue Wohnungen entstehen. Es ist ein ehrgeiziges Ziel: 20000 bezahlbare Wohnungen in den nächsten fünf Jahren. „Wir wollen Wohnraum für alle Menschen und Bevölkerungsgruppen schaffen“, sagt Thomas Hölck. „Wir werden nicht zulassen, dass Alteingesessene und Zuwanderer gegeneinander ausgespielt werden.“

Soziale Stadt

Thomas Hölck

Landtagsabgeordneter Thomas Hölck: Neubau hilft gegen Wohnungsknappheit.

Der wohnungsbaupolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion hat den gesellschaftspolitischen Stellenwert des Themas im Blick: „Jeder Mensch braucht ein Dach über dem Kopf. Und alle, ob Familie, Single oder Paar, müssen sich eine ausreichend große und angemessene Wohnungen auch leisten können.“

Ein Instrument ist das Programm „Soziale Stadt“. „Wir wollen nicht, dass einzelne Bevölkerungsgruppen aus attraktiven Wohnlagen oder ganzen Städten verdrängt werden“, erläutert der Abgeordnete. Wohnquartiere müssten ihre Integrationsfunktion für Menschen mit unterschiedlichen Einkommen, für Bewohner mit Migrationshintergrund und für unterschiedliche Altersstrukturen aufrechterhalten können. „Wohnen darf kein Luxus werden“, bringt es Thomas Hölck auf den Punkt.

Die Mieten entwickeln sich regional höchst unterschiedlich. Spitzenreiter ist Sylt mit durchschnittlichen Mieten von über 17 Euro pro Quadratmeter. Mit der Einführung der Mietpreisbremse besteht die Möglichkeit, die Kostenexplosion bei den Angebotsmieten in besonders betroffenen Kommunen einzudämmen.

Programme des Landes

Das Land hat den Wohnungsbau kräftig angekurbelt. Die Landesregierung hat seit 2013 umfangreiche Wohnraumförderprogramme mit einem Gesamtvolumen von 730 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Fast 50 Millionen Euro Städtebauförderung kamen in den Kommunen an. Wo Wohnungen knapp sind, hilft nur Neubau. Für die Jahre 2015 bis 2018 beträgt das Volumen für soziale Wohnraumförderung 360 Millionen Euro. Damit können rund 4200 Mietwohnungen mit Sozialbindung gebaut werden. Besonders stark engagieren sich hier die Baugenossenschaften.

Erleichtertes Bauen

Hinzu kommt jetzt das Sonderprogramm „Erleichtertes Bauen“ – ein innovatives und flexibles Förderprogramm für sozialen Wohnungsbau, der kurzfristig geschaffen werden soll – das umfangreichste Wohnungsbauförderungsprogramm der Nachkriegsgeschichte. Das Land stellt dafür knapp 400 Millionen Euro für Förderdarlehen bereit.

Das Programm richtet sich an Investoren, die in Partnerschaft mit den örtlichen Kommunen Wohnraum schaffen wollen, aber auch an die Kommunen selbst. Das Programm ist der Startschuss für die ersten 4000 Mietwohnungen für Bürgerinnen und Bürger, die eine Berechtigung für die Belegung einer Sozialwohnung haben.

Zusätzlich kann gemeinschaftliches Wohnen für Flüchtlinge oder auch studentisches Wohnen gefördert werden. Als Bauingenieur weiß Thomas Hölck, dass es mit Förderbescheiden allein nicht getan ist: „Um schneller zum Ziel zu kommen, haben wir die Landesbauordnung geändert. Nun können für einen befristeten Zeitraum einige Standards, etwa bei der Deckenhöhe und der Anzahl der PKW-Stellplätze, abgesenkt werden. Jetzt sind die Kommunen gefordert. Sie müssen schnell Baugebiete schaffen.

Wohnraumförderung seit Jahrzehnten

Sozialdemokratisch geführte Landesregierungen haben seit 1988 den sozialen Wohnungsbau immer als Schwerpunkt ihrer Politik betrachtet. Das hat Bürgerinnen und Bürgern des Landes Zugang zu bezahlbarem Wohnraum geschaffen.

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